Es gibt noch mehr Namen dafür: Fasnacht, Fasnet, Fastabend, Fastelovend, Fasteleer oder fünfte Jahreszeit – das sind die Bezeichnungen, die ich auf wikipedia gefunden habe. Und all diese Namen für die wilde Zeit zwischen dem 11. November und Aschermittwoch benennen etwas, was wir entweder lieben oder hassen!

Hippie, Cowboy & Indianer, Hase, Schaf und Ziege. Maikäfer, Schmetterling, o.b., Kondom, Putzfrau oder Edelnutte – im Karneval kann jeder mal sein, was er möchte. Oder was er eigentlich nicht sein möchte…

Ich gebe zu, ich bin ein totaler Faschings-Muffel und damit gehöre ich zu einer von zwei Fronten, da gibt’s keine Kompromisse. Entweder feiert man ab, flippt tagelang aus, nimmt sich wertvollen Urlaub von Job und Familie und verbraucht gefühlte Tonnen Theaterschminke oder man verkriecht sich in der Wohnung und hofft, dass das Übel an einem vorbeizieht. Dazwischen gibt’s nicht nichts… Und ich bin die, die auf das Vorbeiziehen hofft.




Mal ehrlich, in den letzten Tagen ist es mir wieder extrem aufgefallen (man kann sich ja leider nicht komplett abschotten und ist dem sogenannten „bunten Treiben“ ja doch manchmal ausgeliefert). Da verwandeln sich Menschen, die man sonst eher in die Schublade „Mauerblümchen“ einordnet auf einmal in Super-Woman mit Brustimplantaten und Brazil-Butt aus Schaumstoff… Da platzt ein wie ein geclonter Horror-Clown aussehender Chef ins Büro und ruft: „Jemand einen Krapfen?“ Als wenn ich nach diesem Schreckensanblick Appetit auf diesen übersüßen, mit Puderzucker bestreuten Kuchen hätte, der auch noch ätzende Zuckerflecken auf meinem Schreibtisch hinterlässt und alles weiß einpudert…

love it oder hate it?

Ok, das beeinträchtigt mich nur bei der Arbeit (…und ich könnte mir Schlimmeres vorstellen 😉 und sobald ich aus dem Büro raus bin, könnte ich hoffen, in die normale Welt zurückzukehren. Aber… von wegen! Sobald ich im Auto sitze, bollert es aus dem Autoradio. Von der Polonaise Blankenese über den Ententanz bis zu Humba Tätärä. Ihr werdet es sicher nicht glauben, aber heute morgen um 6.30 Uhr (!) trötete aus meinem Radiowecker: klingelingeling, klingelingeling hier kommt der Eiermann! Und das ist jetzt kein Witz! Uaaaaaaahhhhhhh…..




Ich mache mir ja auch bei diesem Thema wieder so meine Gedanken. Warum ist das so? Warum lieben und leben so viele meiner Mitmenschen dieses Faschings-Theater? Ich hab meine Arbeitskollegin mal gefragt. Die Antwort: „Mei, wir machen das halt unser ganzes Leben schon so!“ Aha…

Na gut, irgendwie ist es ja auch immer lustig. Aber nur, wenn ich nicht mittendrin und dabei sein muss. Nur, wenn ich mich diesem ganzen Kostüm- und Feierwahn nicht anschließen muss. Und das muss ich ja nicht – zum Glück. Ich kann ja schließlich das Radio ausschalten, im Fernsehen läuft immer auch noch irgendeine Alternative zu „Fastnacht in Franken“ & Co. Ich kann die rote Nase mir gegenüber ausblenden und das Cowboy-Kostüm ignorieren. Und einen Krapfen im Jahr vertrage sowohl ich als auch mein Schreibtisch – stinkender Fisch wäre definitiv schlimmer…

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Helau und Alaaf…

Also, was solls. Und morgen ist das alles auch wieder vorbei… Morgen ist Aschermittwoch und für all die Karnevals- und Faschingsmenschen beginnt die Fastenzeit. Vorbei mit Feiern, Alkohol, Schokolade und bunten Bonbons. Ab morgen wird verzichtet – bis Ostern.

Das ist doch irgendwie wie eine Bremsblockade in voller Fahrt oder? Von 100 auf 0 in 2 Sekunden! Und dafür bekommt Ihr meinen Respekt Leute! Keine Ahnung, ob ich das so schaffen würde! Raus aus dem Feierrausch und rein in die Askese… Hut ab!

In diesem Sinne, ich wünsche Euch eine gute Fastenzeit, sind ja nur vier Wochen! Und da ich ja dem Fasching und Karneval nicht so zugeneigt bin, habe ich meine Fastenzeit schon im Januar hinter mich gebracht, aber ich denke an Euch, versprochen…

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