Schön und gut – das trifft es heute auf den Punkt. Vielleicht könnte man noch ergänzen: nur für ganz besondere Tage und nichts für den schmalen Geldbeutel. Aber – man gönnt sich ja nicht jeden Tag etwas so Feines.Ich spreche von einem Gourmet-Essen in einem *** – Restaurant.

Da war ich nämlich am Wochenende – zum allerersten Mal in meinem nun doch nicht so sehr kurzen Leben. Und es war so ein tolles Erlebnis, ich muss Euch einfach darüber schreiben.

Natürlich war ich aufgeregt. Neben der Erwartung, was da wohl alles auf mich zukommt – sowohl geschmacklich als auch fürs Auge – dominierte die Hoffnung, nichts falsch zu machen. Ja immer das richtige Besteck und das richtige Glas verwenden, die Serviette so auf dem Schoß gefaltet, dass sie beim Aufnehmen nie ganz auseinanderklafft, die Weingläser unbedingt immer nur am Stiel fassen… Und was man sonst noch so alles gehört und gelesen hat über das richtige Benehmen am Tisch.




Und das soll jetzt nicht heißen, dass ich noch nie gut gegessen hätte. Ich habe tatsächlich auch schon Sterne-Restaurants besucht, allerdings noch niemals eines mit dreien davon – also, ich finde, da durfte ich schon etwas aufgeregt sein oder?

Diese Aufregung hielt genau bis zu dem Moment, an dem ich am Tisch saß und meine Umgebung etwas genauer unter die Lupe nahm. Die Menschen um mich herum waren schon alle so interessant, dass ich selber ganz schnell total unwichtig wurde. Da war das ältere Ehepaar, er im schwarzen Anzug und sie im gesetzten Kleid derselben Farbe (oder Nichtfarbe?). Die sahen aus, als würden sie sich so etwas öfter mal gönnen… Ließen aber jeden zweiten Gang zurückgehen, weil es „geschmacklich nicht so passte“.

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So ziemlich fein sah das alles aus…

Oder am Tisch daneben – zwei gut gekleidete Damen etwa um die 60. Die hatten Spaß, tranken viel Wein, genossen das Essen und plauderten entspannt miteinander und mit den Mitarbeitern. Echt cool.

Noch einen Tisch weiter saß ein Pärchen etwa Mitte dreißig. Sie saß in ihrem eleganten langen Kleid so steif wie ein Stock und so aufrecht am Tisch, dass man meinen könnte, sie wäre eine Puppe. Ihre langen, grazilen Finger hielten Gabel, Messer und Löffel wie kostbarstes Gut und genauso schob sie sich auch all die Köstlichkeiten in den Mund. Die Gute war noch aufgeregter als ich und sicher noch nicht viel öfter in so einer Location als ich selbst.




Ich könnte Euch noch mehr meiner Tischnachbarn beschreiben, doch im Grunde hab ich jetzt alle Spezies grundsätzlich durch. Alles weitere würde sich nur ähneln… Und mitten drin wir – also, mein Mann und ich. Wir hatten zum Menü eine Weinbegleitung bestellt und das war auch gut so. Zu jedem der etwa 10 Gänge gabs einen anderen sehr feinen Rebensaft und ich entspannte immer mehr.

So vergingen mehr als drei Stunden mit Amuse Bouche, feiner Mousse vom Stör, Kaisergranat, St. Jacques, Bouillabaissefond, Perigord-Trüffelmousseline, gegriller Bresse-Taube und feinster Patisserie schneller als im Flug. Und mein Fazit: tolles Erlebnis, Aufregung für die Geschmacksknospen, Highlight für die Optik und auf jeden Fall ein ganz außergewöhnlicher Abend – aber nichts für jeden Tag…

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Eigentlich nichts anderes als Essen… Aber auch irgendwie Kunst!

Denn schließlich geht’s nur um eines: Essen. Punkt. Ok, in diesem Fall vielleicht auch um Kunst und geschmackliches Feuerwerk im Mund – aber letztendlich ist es… Essen.

Dennoch, man sollte sich das wirklich einmal gönnen. Ein echt grandioses Erlebnis. Und wenn Ihr jetzt noch wissen wollt, wo man so einen coolen Abend erleben kann, hier:

Restaurant Überfahrt im Seehotel Überfahrt am Tegernsee in Rottach-Egern – hier kocht Sternekoch Christian Jürgens. Ihr werdet wie ich begeistert sein, das verspreche ich Euch!

Man gönnt sich ja sonst nix…

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